Hitzewellen

Aktualisiert: Juli 11

Da wo Vegetation, Wasser und lebendiger Boden fehlen, werden Hitzewellen, Dürren wie auch Überschwemmungen "produziert".

Abgestorbene Korkeiche in Portugal. Überweidung, falsches Wassermangement und das ständige pflügen haben diesen Boden verwüsten lassen. Hier fliesst das Wasser oberirdisch ab und der blanke Boden trägt zur Erwärmung der Umgebung bei.

Versiegelte Flächen und nackte Böden heizen sich während eines Sonnentages massiv auf, und ihre Umgebung gleich mit. Über Städten bilden sich sogenannte Hitzeglocken, Wolken prallen an der aufsteigenden Wärme der aufgeheizten Landmassen richtiggehend ab, und regnen immer öfters über dem Meer ab, oder suchen sich einen anderen Weg aufs Festland. Die Niederschläge und somit auch die Kühlung bleiben aus. Da wo jetzt Siedlungen, nackte Böden und Felder mit ein paar mickrigen Kulturpflanzen sich ausbreiten, stand einst dichter Wald. Wald, der durch seinen Schatten, die Photosynthese und die Transpiration automatisch die Umgebung runter gekühlt hat, und es dem Regenwasser ermöglichte, zu versickern. Dafür konnten alle an diesem kühlen Nass teilhaben: Die Bäume und Büsche, die Krautschicht und Pilze, die verschiedensten Bodenlebewesen und Mikroorganismen sowie alle anderen Tiere und natürlich auch der Mensch.


Wie viel heisser ist wohl eine asphaltierte Strasse oder die blanke Erde zwischen Olivenbäumen als der Waldboden?

Die Pflanzen unter und zwischen den Kulturpflanzen zu vergiften oder unter zu pflügen gehört zu den verherendsten Praktiken unserer Zeit. Der Boden erhitzt sich, das Wasser verdunstet und die Bäume sind den ganzen Tag der prallen Sonne ausgesetzt.

Da wo ich in der Schweiz wohne, konnte ich im Sommer 2020 bis zu 13°C Temperaturunterschied messen, zwischen einem beschatteten und einem gleich daneben liegenden, der Sonne ausgesetztem Stück Boden. Und wie viel Wärmestrahlung wirft ein so nackter Boden im Süden im Gegensatz zu einem Wald zurück in die Atmosphäre? Da liegt doch die Schlussfolgerung nahe, dass die Situation im Mittelmeerraum, die sich übrigens weltweit wiederholt, die vermehrte Entstehung von Hitzewellen massiv beeinflusst.

So, und nun nehmen wir noch den Faktor Wasser dazu. Wir habe nun also die versiegelten Flächen und die nackte Erde. Wenn es nun regnet, kann auch im zweiten Fall kaum Wasser im Boden versickern, denn wenn die Regentropfen auf einen Boden fallen, der eine höhere Temperatur hat, als sie selbst, dann perlen sie einfach ab. Mit grösster Wahrscheinlichkeit ist der Boden durch die Bearbeitung durch schwere Maschinen auch noch verdichtet, und der Humus, der das Wasser aufsaugen könnte, fehlt an solchen Stellen auch. So fliesst nun das Regenwasser oberirdisch ab, vereint sich von vereinzelten Rinnsalen zu kleinen Bächlein, wird

Dieser Hang zeigt auf, dass hier immer wieder viel Wasser, das niergens versickern kann, runterkommt. Die Gräben werden durch Wassererosion immer tierfer. Soche Schäden können durch richiges Wassermanagement verhindert werden.

immer schneller und fräst tiefe Rinnen in Strassen, Hänge und Felder. Bei etwas längeren Niederschlägen kann dies in den Tälern schnell zu Überschwemmungen führen, mal abgesehen davon das Wasser dann riesige Schäden hinterlässt, ist es für den Boden verloren. Ein trockener Boden heizt sich viel schneller auf und die Change, dass da noch was wachsen wird, das ihn beschatten könnte, sinkt noch mehr.

Wir haben hier also mehrere Faktoren, die sich gegenseitig aufschaukeln und deren Effekte sich potenzieren. Wie Hitzewellen entstehen und welchen Einfluss ausgetrocknete Böden auf das Wettergeschhen und das Klima haben, ist bislang kaum untersucht worden. Auch wenn wissenschaftlich erhärtete Daten weitgehenst fehlen oder zumindest nicht als solche anerkannt werden, ich baue auf meine Erfahrungen und Beobachtungen, und unterstütze Menschen dabei, aus Land wieder etwas anderes als eine leblose Projektionsfläche zu machen: nämlich kühle, feuchte und fruchtbare Böden, die ihrer Funktion als Wasser- und Kohlenstoffspeicher wieder nachkommen und uns gleichzeitig ernähren können. Die Lebensraum sind, und auf denen Lebensraum wächst, und die nur, weil sie bewachsen sind, diesen Aufgaben nachgehen können.









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