• Sandra Carina Imhof

Regenwasser gehört nicht in den Fluss!!!

Aktualisiert: 23. Aug 2019




Wie bitte?

Dann bleibt der Fluss ja leer!

Für alle, denen das kapitalistische Denken in die Wiege gelegt worden ist, und das sind wohl die allermeisten, die in unseren Breitengraden aufgewachsen sind, scheint dies ein Paradox zu sein.


Nun, die Natur funktioniert anders als unser gängiges Denken. Alles bewegt sich in Kreisläufen.

Im Normalfall geschieht wenn es regnet folgendes: Das meiste Wasser versickert im Boden. Davon profitieren alle Bodenlebewesen, Pflanzen, Tiere und auch der Mensch. Das Wasser sickert tiefer. Das Grundwasser wird so angereichert. Als Quellwasser verlässt das Wasser wieder den Boden. Eine gute Quelle schüttet das ganze Jahr. Nach einer Trockenperiode vielleicht etwas weniger, dennoch stetig. Das saubere, mineralisierte und energetisierte Quellwasser fliesst runter ins Tal. Von überall her kommt noch mehr Wasser dazu. Aus dem Bächlein entsteht ein Bach, der sich talabwärts schlängelt und sich mit einem nächsten Bach vereint. Aus jedem noch so kleinsten Tal stösst noch mehr kühles Nass dazu, um irgendwann zum Fluss zu werden. Ein Fluss, der von Quellwasser gespiesen wird, führt das ganze Jahr Wasser.


Wenn das Regenwasser nun eine Abkürzung nimmt, was heute der Normalfall ist und oberflächlich abfliesst, ist der Kreislauf unterbrochen. Die Bodenfeuchtigkeit nimmt ab. Darunter leiden Bodenlebewesen, Pilze, Pflanzen und Tiere. Wenn nur noch wenig Wasser versickert, sinkt der Grundwasserspiegel. Immer mehr Quellen versiegen. Der Fluss führt nur noch während und kurz nach dem Regen Wasser. Dafür steigt bei starkem Niederschlag der Pegel der Bäche stark an, sie werden zum reissenden Fluss. Erosionsschäden und Überschwemmungen häufen sich. Dann rauscht das Wasser ins Meer und das Flussbett ist relativ bald wieder leer.

Solche leeren Flüsse gehören im Süden Europas vielerorts zum vertrauten Bild, und werden von vielen von uns und auch von den Menschen dort als normal wahrgenommen, da es zum Dauerzustand geworden ist. Wir gehen davon aus, dass dies die natürliche Situation ist, in Regionen mit weniger Niederschlag und einer um einiges höheren Durchschnittstemperatur als bei uns in Mitteleuropa.

Das ist aber nicht die Ursache für die leeren Flussbette, sondern das falsche Wasser-management:


Das Regenwasser wird möglichst schnell in die Flüsse geleitet. Dahinter steckt die Angst von Überschwemmungen. Aber wenn der Wasserspeicher Boden ausgelassen wird, verschärft sich dieses Problem massiv, denn die Flüsse können diese Wassermassen gar nicht fassen und wir kreieren nebst den hausgemachten Überschwemmungen ein zusätzliches: Wassermangel.

Nicht dass wir in der Schweiz so viel besser wären als die in Südeuropa. Auch wenn nach Gesetz dem Regenwasser die Möglichkeit zum Versickern gegeben werden muss

lassen wir nach wie vor viel zu viel Wasser den Bach runter. Davon zeugen bei Regen die schnell anschwellenden Flüssen und Bäche. Bis jetzt haben uns die günstigen klimatischen Verhältnisse vor grösseren Folgen bewahrt. Die Trockenheit diesen Sommer hat aber auch ganz klar gezeigt, dass aus jedem Wasserschloss eine Wüste werden kann...



... und umgekehrt: Wir sind diesen klimatischen Veränderungen nicht einfach hilflos ausgesetzt. Durch richtiges Wassermanagement können wir Einfluss nehmen. Ein Paradigmenwechsel im Umgang mit Wasser ist die Basis dazu.

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